Mit Gefühl

Heute mag ich Dich mitnehmen in meine persönliche Gedankenwelt und Erfahrung zum Thema Mitgefühl.

 

Ich hatte in einer Mail schon davon erzählt, dass ich nun vormittags in einer Waldorfschule für Kinder mit Lern-

schwierigkeiten und emotional verhaltensauffälligen Kindern, ein Mädchen unterstütze ihren Schulalltag zu meistern.

 

Nun ist schon etwas Zeit vergangen und ich hab Zeit ein bisschen zu erzählen. Die ersten 2 Wochen waren ziemlich hart für mich.

Du musst wissen, eine große Angst war immer die, vor unkontrollierter Wut. Und da begebe ich mich nun in ein Umfeld, wo genau DAS Thema ist. Ich glaube, die ersten Tage war ich gefühlt gar nicht richtig im Körper und andererseits fühlte es sich an, als wäre ich nackig und völlig unbewaffnet ins Haifischbecken gesprungen. Ehrlich, es war gar nicht lustig.

 

Ich dachte zwischenzeitlich, "Was bitteschön läuft denn gerade hier komplett falsch in Deinem Leben Marika?"

 

Ich habe gerade zu Beginn den Kardinalsfehler begangen und hab mich so verhalten, wie ich glaubte, sein zu müssen und versuchte M. zu reglementieren. Das war gar nicht gut und führte zu wütenden Gewaltausbrüchen.

Ich führte daraufhin wichtige und hilfreiche Gespräche, denn ich wollte hinschmeißen und mir was Anderes suchen. Die Mutter riet mir aber, erstmal meine Einstellung zu ändern! (Zack, das hätte von mir kommen können)

Wichtig für mich war außerdem ein Gespräch mit meinem lieben Freund Albrecht, der mir hier meine Themen aufzeigte und auch auf die super tolle Chance für Heilung und Wachstum hinwies :-) Schließlich führte es mich ja nicht zufällig genau HIER hin.

Auch mein finanzieller Engpaß und ein zwingendes Gefühl der Richtigkeit bei aller "Unbequemlichkeit" ließen mich  weitermachen.

Ich musste mich wieder sammeln und in mich gehen, musste nachfühlen, was und wie ich es mache. Dann wusste ich: Ich muss es auf meine Art tun und vor allem Mit Gefühl!

Ich hab mir dann das Horoskop von M. angeschaut und das gab mir so viele Anhaltspunkte und ich kann ihr Wesen und ihre Ausdrucksform nun gut fühlen und verstehen.

Überhaupt hab ich dann erstmal hauptsächlich in der Klasse nur geschaut und hingefühlt zu den Kindern, die allesamt schon in so jungen Jahren so schwere Päckchen zu tragen haben.

 

M. und ich haben inzwischen nach doch relativ kurzer Zeit eine gute Beziehung aufbauen können. Ich glaube auch, sie spürt, dass ich sie "sehe" und empfindet meine Nähe nicht mehr als Bedrohung sondern sucht sie eher. Das heißt nun nicht, dass immer alles easy peasy ist, hat aber ein ganz anderes Fundament.

Vor einer Woche bin ich von einer kurzen Klassenfahrt sooo glücklich und zufrieden zurückgekehrt.

Mein Innerstes hat gestrahlt.

Es war so wichtig, Dran zu bleiben! Es war so wichtig die gegenwärtige Situation zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen.

Die Kinder in dieser Zeit auf dem Land soo aufblühen und einfach glücklich zu sehen hat mich voll geöffnet. Wir Erwachsenen (Lehrerin, Klassenhilfe und Begleiter) haben festgestellt, dass wir ein sehr ähnliches spirituelles Weltbild haben und waren und sind einfach erfreut, zueinander gefunden zu haben und sind auch wundervoll inspiriert voneinander.

 

Und was hab ich doch mit all den runterziehenden Gefühlen zu tun gehabt, bevor ich diese Stelle angetreten habe!

Verzweiflung, Not und Scham hat mich aus der Balance gebracht.

Ich habe mich geschämt und lange gezögert eine Teilzeitstelle zu suchen.

Es gab nun aber immer wieder therapiefreie Zeiten und es wurde immer schwieriger finanzielle Rückstände aufzuholen und es hat mich zunehmend gestresst. Forderungen des Finanzamtes verursachten emotionale Not.

 

Ich habe tief nach innen geschaut und habe Vieles entdecken können, voller Mitgefühl.

 

Ich habe mich geschämt offen darüber zu sprechen in einer Situation des Mangelgefühls zu sein und als doch gute Reinkarnationstherapeutin gezwungen zu sein für eine Weile eine Stelle zu suchen, die garantiert regelmäßiges Einkommen generiert.

Spiegel für meinen inneren Kampf waren Äußerungen, die mir entgegengebracht wurden wie "Du mußt endlich mal aus Deinen Mangel kommen", die vielleicht wohlmeinend waren, meine Situation aber nicht verbesserten.

 

Genauso wenig hilfreich ist es...

- einem depressiven Menschen zu sagen, er soll doch einfach mal lachen oder einem

- essgestörtem Menschen zu sagen, er soll einfach wieder essen bzw. es lassen

- einem akut kranken Menschen zu sagen, er soll einfach mal nach inneren Gründen suchen

- einem Armen zu sagen, er braucht doch nur Fülle zu manifestieren

- oder, oder, oder

Die Betonung liegt hier auf soll einfach...;-)

Es mag ja grundsätzlich nicht falsch sein, ist aber wenig hilfreich und schon gar nicht mitfühlend inmitten der erlebten Krise.

 

Meinem Egokrönchen brachen jedenfalls einige Zacken;-) und meine Seele zog sich zurück.

Aber...ich habe vertraut, trotz Allem und auch... wenn ich manchmal wütend, traurig oder verzweifelt war...darauf, dass ich hier gerade durch eine für mich wichtige Zeit gehe. Ich lerne so viel!

Ich hab das Gefühl, dass die durchlebte Krise mich in Etwas öffnet, was ich mir zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht vorstellen kann.

Ich erkenne dass für meine persönliche Wesensart in diesem Stadium meines Daseins, die finanzielle Krise richtig und stimmig war, denn sonst hätte ich mich niemals auf diese Erfahrung in genau dieser Schule mit genau diesen Kindern eingelassen. Es brauchte und braucht noch diese Erfahrung! Ich WUSSTE, dass sich meine Schwingung wieder einpendelt, sobald ich mich an der Schule eingelebt habe und den wahrhaftigen Grund erahnen kann und besonders wichtig, wieder ein Strahlen und Fülle in mir fühle. Ich brauchte Geduld und Durchhaltevermögen und Menschen, die mich zur richtigen Zeit emotional "abgeholt"haben.

 

Worum es mir geht ist MIT GEFÜHL

Ein Hinfühlen zu sich selbst und ein darum wissen, was es jetzt braucht. Kopfwissen ist hier allerdings nicht gemeint.

Ein Hinfühlen zum Anderen ohne Beurteilung, denn ohne Empathie wird daraus auch schnell Verurteilung.

Die Zeit mit den Kindern lehrt mich nochmal in der Tiefe, was Mitgefühl und Wertschätzung bei einem kleinen wie großen Menschen bewirken kann.

Dieses Gefühl, welches Du einer Seele schenken kannst, in dem Du einfach hinsiehst.

Dein Inneres dem Gegenüber sendet: ICH SEHE DICH hinter all Deinen Geschichten

Ich habe viel nachgedacht und hingespürt zum Thema Mangel und Fülle. Ist es wirklich so? Ist Mangel immer schlecht und Fülle immer gut? Wirklich? Und für Jeden und unter allen Umständen und zu jeder Zeit?

Aber dazu ein anderes Mal mehr...

Sei herzlichst gegrüßt

Marika

 

 

ICH SEHE DICH, ich spüre Dich und die Essenz Deiner Geschichte, fühle hinter die Geschichte und erkenne den Seelenanteil, der sich über die Erfahrung ausdrücken möchte.

Wenn wir Urteile hinter uns lassen, die die "Person" vielleicht in uns auslöst, was geschieht, wenn wir selbst nur an der Oberfläche bleiben und wenn wir stattdessen ruhig werden und uns einlassen, verlassen wir die Ebene des Persönlichen und erlauben uns eine Begegnung auf Seelenebene. Hier kann ich mit dem Herzen, hören, fühlen. Hier hört meine Bewertung auf und ich ehre den Seelenweg meines Gegenübers und den Meinen.

 

Was für ein Geschenk dieses ICH SEHE DICH doch ist.

 

#Ich sehe Dein Licht  #Deinen Schatten  #Deinen Schmerz

#Deine Freude #Deine Schönheit #Deine Schwächen

#Deine Stärken  #Dein Strugglen  #Deine Unsicherheit

#Deine Zurückgezogenheit #Deine Lust zu leben

 

und Deine Sehnsucht gesehen zu werden, jetzt in diesem Moment und mit Allem was Dich jetzt gerade ausmacht.